PILZE UND BAKTERIEN

 

Schimmelpilze

Unerwünschte Mitbewohner

 

Was sind Schimmelpilze?

Pilze werden grob in drei Hauptgruppen aufgeteilt: Schimmelpilze (Fadenpilze), Hefepilze (Sprosspilze) und Hautpilze (Dermatophyten). Es gibt über 100.000 Pilzarten, zumeist Schimmelpilze. Hiervon sind die wenigsten wirklich gefährlich für den gesunden Menschen, wahrscheinlich nur etwa 10, es sei denn, sie treten in überdurchschnittlichen Mengen auf. Von den mehr als 500 Hefepilzarten gelten nur gut 20 als krankmachend..

 

Sind Pilze immer gefährlich?

Die meisten Pilze sind nützlich für Mensch und Natur. Ohne die hochaktiven und lebensnotwendigen Pilze gäbe es keinen gesunden Waldboden, kein natürliches Recycling und einige Bier- und Brotarten, Käse- und Milchprodukte und sogar Medikamente weniger. Pilze sind in geringen Zahlen überall zu finden. Kein Kubikmeter Luft, kein Quadratmeter Fläche und kein Gramm Staub ohne Pilze.

In Innenräumen aber geht es um die Erkennung und Vermeidung der kleinen Gruppe von krankmachenden oder gar tödlichen Pilzarten und um die Gewährleistung normaler, sprich umwelttypischer Pilzzahlen. Überdurchschnittlich hohe Pilzzahlen

und biologisch kritische Pilzarten gehören

in kein gesundes Haus

 

Wann machen Schimmelpilze krank?

Menschen mit intaktem Immunsystem können die wenigen aus der Umwelt oder mit der Nahrung aufgenommenen Schmarotzer gut bewältigen. Kritisch wird es, wenn die Pilzzahlen zunehmen, die Pilzarten zu den gefährlichen gehören und das Immunsystem schwach ist. Jeder vierte Deutsche gilt bereits als immungeschädigt. Der stabile Körper als Wirt kann gut mit ein paar Pilzen als Gast leben Schimmelpilze gehören aber nicht zur normalen Flora des Menschen, sind im gesunden Körper nicht zu finden.

 

Können Schimmelpilze Krankheiten verursachen?

Pilze können Pilzerkrankungen verursachen (sog. Mykosen). Sie können Allergien auslösen. Sie können zudem gasförmige Riech- bzw. Schadstoffe an ihre Umgebungsluft abgeben (sog. MVOC, das sind leichtflüchtige Kohlenwasserstoffverbindungen ähnlich den Lösemitteln) und – was besonders kritisch ist - gefährliche Gifte produzieren (sog. Mykotoxine), die regelrechte Vergiftungssymptome hervorrufen können. Jedes der bisher über 100 bekannten Mykotoxine hat seine spezifische Wirkung. Das Bundesgesundheitsministerium: „Wir messen den Pilzgiften eine mindestens so hohe Bedeutung bei wie den Pestiziden." Der im­munschwache Mensch ist ebenfalls ein guter Nährboden. In seinem Dick- oder Dünn­darm, in Lunge und Bronchien, in Mund- und Nebenhöhlen... finden manche Pilze Speise in Fülle und optimale Bedingungen durch Feuchte und Wärme. Das Problem: Einige Pilze beeinflussen durch ihre Gifte das Immunsystem und schwächen es.

 

Wann werden Pilzsporen zum Problem?

Eines der Hauptprobleme bei den Schimmelpilzen ist deren Bildung von Mengen winzig kleiner Sporen in kurzer Zeit, die sie in die Raumluft entlassen, von uns eingeatmet oder verschluckt werden und sich zu neuen Schimmelpilzen entwickeln. Alle diese Mikroorganismen können verschiedenste Allergien auslösen. Spo­ren überleben extreme Bedingungen, Säuren und Basen, Frost und Hitze, viele chemische Stoffe und die meisten Staubsauger... und halten sich problemlos über Jahre und Jahrzehnte. Wenn sie austrocknen, sterben sie nicht, sie warten ab.

 

Wann wachsen Schimmelpilze?

Grundvoraussetzung für ihr Wachstum ist Feuchtigkeit. Bereits nach wenigen Tagen beginnt das Schimmelpilzwachstum. Wenn Feuchtigkeit lange vorhanden war, existiert höchstwahrscheinlich ein Problem. Auffällige Schimmelpilzzahlen und -arten im Gebäude sind ein bedenkliches Zeichen. Jetzt sollte dringend sachverständig geforscht werden, in welchem Umfang und besonders wo sich die Schimmelpilze verstecken. Denn wo sich Schimmelpilze wohl fühlen, kann kein Mensch auf Dauer gesund sein.

 

Was sind Ursachen für Feuchtigkeit?

Dichte Wände, Böden, Decken, Türen und Fens­ter verhindern den wichtigen Luftaustausch. Neubauten trocknen vor dem Bezug nicht gründlich genug aus.

Mangelhafte Isolie­rung fördert einwirkende Feuchte aus der Erde. Wasserschäden werden nach Rohrbrü­chen, übergelaufenen Toiletten oder undichten Dächern und Kellern zu oberflächlich und unfachmännisch saniert.

Falsches oder zu weniges Lüften hat Konsequenzen, an erster Stelle zu viel Wasserdampf. Wasserdampf entsteht in jedem Raum, sei es durch Kochen, Waschen, Duschen, Baden oder nur durch Atmung. Dieser Wasserdampf muss raus aus dem Haus, sonst kondensiert er an zu kühleren Oberflächen. Im Kondensat wachsen auf Dauer Schimmelpilze.

Die meisten Schimmelpilzarten finden sich im  Hausstaub wieder und in der Gesellschaft mit Haus­staubmilben. Ärzte wissen, dass der größte Teil der Hausstauballergiker nicht gegen den Staub, sondern gegen die mit ihm verbundenen Pilze allergisch sind.

 

Wie weise ich Schimmelpilze nach?

Sichtbarer Schimmelpilzbefall ist nur die Spitze des Eisbergs und hatte meist schon eine lange Vor­laufzeit. Ganz wichtig: Das,was wir sehen ist nicht der Schimmelpilz, sondern seine Sporen. Der Pilz selbst ist ein Fadengebilde und wächst im Material.

Es reicht nicht nur, bei Untersuchungen die Pilze und deren Sporen in der Luft zu erwischen. Meist muss auf Oberflächen, in Materialien, Hohlräumen oder im Staub nachgeschaut und auf Nährböden angezücphtet werden, um eine Innenraumsituation bewerten zu können. Zusätzlich muss mikroskopisch diagnostiziert werden, speziell wenn es um abge­storbene Pilze, Pilzfragmente oder Pilzsporen geht, die sich nicht mehr kultivieren lassen, aber dennoch allergisierend wirken und wegen ihrer weiter vorhandenen Gifte gefähr­lich sind.

Vorsicht: Die von Umweltambulanzen und Behörden meist ausschließlich praktizierte Pilzmessung der Luft ist oft zu einseitig, um ein mikrobiologisches Problem erkennen oder Entwarnung geben zu können. Es reicht auch nicht, lediglich eine 'visuelle Inspektion' durchzuführen. Es ist mehr als ein Kunstfehler, eine Pilzsanierung nur 'kosmetisch' anzugehen, das heißt, nur den offensichtlichen Schimmelwuchs mit der Wurzelbürste zu beseitigen oder mit krank-machenden Fungiziden zu behandeln. Es ist fatal, die Massen der besonders gefährlichen Sporen z.B. in Wänden und Hohlräumen zu übersehen und die Feuchteursachen unberücksichtigt zu lassen.

 

Welche gesundheitlichen Probleme deuten auf einen Schimmelpilzschaden hin?

Erste Schimmelpilzsymptome sind hartnäckiger Husten und Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündungen, rote juckende Augen, gereizte oder entzündete Schleimhäute, grippeähnliche Beschwerden, häufige Infektio­nen, Bronchialasthma, Ekzeme und andere Hauteffekte, Juckreiz, neurologische Proble­me, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Konzentrationsschwäche, Leistungsknicks, Depression, ständige Müdigkeit, um nur einige typische Beschwerdebilder zu nennen.

Die beste ärztliche Pilztherapie nutzt nicht viel, wenn die Pilzherde, die sich meist in den eigenen vier Wänden verstecken, nicht erkannt und beseitigt werden, der ständige Nachschub nicht gestoppt wird.

 

Was ist zu tun bei einem Schimmelpilzbefall?

Im Zweifelsfall sollte sich vor jeder Sanierung eine baubiologische Fachkraft den Schaden ansehen, bei Bedarf sachkundig messen, eine Gefährdungsbeurteilung erstellen und Sanierungsempfehlungen erarbeiten. Nach einer fachgerechten Sanierung sollte immer eine Kontrollmessung durchgeführt werden, um den Erfolg zu überprüfen.

Wo Pilzwachstum vorliegt, ist auch mit hohen Bakterienzahlen zu rechnen. Schimmelpilze sind immer ein hygienisches Probelm und sollten entfernt werden.


Im Bereich der Sanierung von befallenen Räumen gibt es eine Vielzahl von Vorschriften und Regelungen, die zu beachten sind: Wenn ein Befall mit Schimmelpilzen größer als ½ Quadratmeter festgestellt wurde, sollten die Sanierungsarbeiten stets durch einen qualifizierten Fachbetrieb ausgeführt werden. Bei allen im Zusammenhang mit der Sanierung stehenden Arbeiten sind Regelungen und Vorschriften des Infektionsschutzgesetzes, der BioStoffVerordnung, der gefahrstoffverordnung, die Handlungsempfehlungen der Berufsgenossenschaft Bau, die Empfehlungen der Landesgesundheitsämter und des Bundesumweltamtes und die TRGS (Technische Regeln für Gefahrenstoffe) und TRBA (Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe) einzuhalten.

 

 

Krank durch Schimmelpilze

Von Allergien über Vergiftungen bis zu Infektionen - Schimmelpilze können uns sehr gefährlich werden.

 

Schimmelpilze sind doch überall!?

Schimmelpilze kommen in der Natur fast überall vor. Wir atmen Pilzsporen sogar ständig ein, ohne dass wir es registrieren und ohne dass uns diese Schaden zufügen. In der Natur haben wir es immer mit einer Vielzahl von Schimmelpilzen zu tun, die gleichzeitig in Erscheinung treten. In Innenräumen finden wir meist nur einige wenige Arten.

 

Warum sind Schimmelpilze in Innenräumen besonders gefährlich?

In Innenräumen können Pilze unsere Gesundheit besonders einfach gefährden. Während in der freien Natur vielfältige Regulationsmechanismen eingreifen, sind diese in Innenräumen nicht vorhanden. Den dynamischen Prozessen in der Natur stehen statische Prozesse in Innenräumen gegenüber. Letztere führen zu einer allmählichen Steigerung der Belastung durch eine zunehmende Akkumulation gesundheitsschädlicher Stoffe. Bei einem massiven Schimmelpilzbefall mit potentiell infektiösen und/oder toxischen Erregern steigt das Risiko zu erkranken. Toxische und allergene Stoffwechselprodukte können in Innenräumen über längere Zeit auf den Körper einwirken. Durch sehr hohe und permanente Raumluftbelastungen können numerische Infektionsschwellen überschritten werden.

In Innenräumen können auch andere Schimmelpilzgifte gebildet als in natürlicher Umgebung. Die Materialien in unserem Wohnumfeld bilden die Basis für eine Freisetzung von Giftstoffen aus Untergründen, Baumaterialien, Farben, Lacken etc. mit hoher Toxizität. Oft werden die gesundheitsgefährdenden Eigenschaften durch Bakterien verstärkt, die sehr oft gemeinsam mit Schimmelpilzen auftreten und

ähnliche benötigen.

 

Wie viele Schimmelpilze kann ich zuhause dulden?

In Innenräumen haben Schimmelpilze nichts verloren, sie stellen immer ein hygienisches Problem dar. Schimmelpilzschäden sind zu eliminieren – nachhaltig, mit der größtmöglichen Sorgfalt und unter Einhaltung aller erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen.

 

Welche Gefahren gehen von Schimmelpilzen in Wohnräumen aus?

Schimmelpilze können ernsthafte Erkrankungen auslösen.

-       Allergische und nicht-allergische Atemwegserkrankungen gehören zu den häufigsten, durch Schimmelpilze verursachten Erkrankungen.

-       Durch Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) kann es zu regelrechten Vergiftungserscheinungen (Mykotoxikosen) kommen. Einige Schimmelpilze produzieren Neurotoxine, die psychische Erkrankungen auslösen können.

-       Bei abwehrgeschwächten Personen können Mykosen, d.h. Infektionen durch Einatmen oder durch Infektion hervorgerufen werden. Ansonsten harmlose Pilze können dem Menschen sehr gefährlich werden, wenn schwere Erkrankungen wie Aids, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Chemotherapien, langfristige Einnahmen von Antibiotika oder Corticoiden (Cortison), die Einnahme immunsupprimierender Medikamente nach Organtransplantationen u.v.a.m das Abwehrsystemsystem schon geschwächt haben.

 

Welche  Krankheitssymptome können Innenraumbelastungen durch Schimmelpilze auslösen?

Die Reaktionen unseres Körpers können sehr vielseitig sein und werden in der Regel nicht mit einer Schimmelpilzproblematik in Verbindung gebracht. Zu typischen Symptomen einer Schimmelpilzbelastung gehören:

  • Juckreiz oder Schwellungen in   Nase und Augen (Heuschnupfen und Augenbrennen)
  • Atembeschwerden, Atemnot
  • Nasennebenhöhlenentzündungen
  • Husten
  • asthmatische Beschwerden
  • Benommenheit
  • Aufstoßen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Blähungen
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Überempfindlichkeiten
  • Immunschwäche
  • Herzrhythmusstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Müdigkeit
  • Lethargie
  • Juckreiz (auf der ganzen Haut)
  • nässende Hautentzündungen
  • Gelenkbeschwerden
  • Nasenbluten

Allen Symptomen ist gemeinsam, dass sie »unspezifisch« sind, d. h. es können auch andere Ursachen für diese verantwortlich sein (z.B. Formaldehyd).

 

Was ist zu tun bei einem Schimmelpilzbefall?

Zunächst sollte durch entsprechende baubiologische Untersuchungen festgestellt werden, ob eine Schimmelpilzbelastung vorliegt - zuhause oder am Arbeitsplatz.

Im Zweifelsfall sollten eine Gefährdungsbeurteilung erstellt und Sanierungsempfehlungen erarbeitet werden. Nach einer fachgerechten Sanierung ist immer eine Kontrollmessung sinnvoll, um den Erfolg zu überprüfen.

Mit dem Untersuchungsbericht, der Aufschluss über die Schimmelpilzarten und deren mengenmäßiges Vorkommen gibt, kann man sich an einen erfahrenen und kompetenten (Umwelt-)Mediziner wenden.

 

 

Schimmelpilzgifte - Mykotoxine

„Wir messen den Pilzgiften eine mindestens so hohe Bedeutung bei wie den Pestiziden.“

Bundesgesundheitsministerium

„Ergebnisse aus Tierversuchen zeigen, dass auch Mykotoxine, die über die Luft verbreitet und eingeatmet werden, zu Erkrankungen führen können.“

Umweltbundesamt 2002

 

Was sind Schimmelpilzgifte?

Schimmelpilzgifte oder Mykotoxine sind  Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, die für Menschen und Tiere giftig sind.

Mykotoxine wurden bisher im Zusammenhang mit Pilzen in Gebäuden kaum untersucht im Gegensatz zu Mykotoxinen in Lebensmitteln.

Im Haus binden sich Mykotoxine

an den Mikrostaub und gelangen so in alle Lebensbereiche. Mykotoxine wirken bereits in kleinen Mengen äußerst toxisch.  

Nicht verwechseln darf man Mykotoxine mit den Toxinen der Giftpilze (z.B. Fliegenpilz) und der Hefen. Diese sind definitionsgemäß keine Mykotoxine.

 

Wie wirken Schimmelpilzgifte?

Man unterscheidet zwischen akuten und chronischen Vergiftungen durch Schimmelpilzgifte. Geschädigt werden vor allem Leber und Nieren, Haut- und Schleimhäute und das zentrale Nervensystem. Das Immunsystem kann durch Schimmelpilzgifte geschwächt werden. Auch können hormonähnliche Wirkungen auftreten. Schimmelpilzgifte können kanzerogen (krebserzeugend), teratogen (fruchtschädigend, d. h. Missbildungen beim Embryo hervorrufend) und mutagen (erbschädigend) wirken. Neurotoxine können u. a. Krämpfe und Zittern hervorrufen und sogar tödlich wirken.

Aflatoxine sind die stärksten natürlich vorkommenden, oral aufnehmbaren kanzerogenen Verbindungen.

Vergiftungen durch Schimmelpilzgifte werden als Mykotoxikosen bezeichnet.

 

Wie gelangen Schimmelpilzgifte in den Körper?

Schimmelpilzgifte können über die Nahrungsaufnahme, durch die Inhalation von Pilzsporen bzw. Pilzbruchstücken und durch Berührung über die Haut in den Körper gelangen.

 

Wie viele Schimmelpilzgifte sind bekannt?

Man kennt heute mehr als 300 verschiedene Schimmelpilzgifte. Gebildet werden diese von mehr als 250 Schimmelpilzarten, die eine oder mehrere dieser Substanzen synthetisieren können.

 

Kann man Schimmelpilzgifte in Nahrungsmitteln durch Kochen zerstören?

Nein. Mykotoxine sind weitgehend hitzestabil. Sie müssen mit geeigneten Mitteln (z.B. HEPA-Filtern) möglichst restlos entfernt werden.

 

Darf man verschimmelte Nahrungsmittel an Haustiere verfüttern?

Grundsätzlich sollten verschimmelte oder auch nur angeschimmelte Lebensmittel entsorgt werden.  Die befallene Stelle ist nur ein kleiner Teil der tatsächlichen Kontamination, da Schimmelpilze in die Materialien hineinwachsen. Schimmelpilzgifte können den Tieren ebenso gefährlich werden wie dem Menschen.

 

Welche Funktionen haben Schimmelpilzgifte?

Die Funktion der Schimmelpilzgifte ist nicht bekannt. Vermutet werden z. B. Abwehrfunktionen gegenüber konkurrierenden Pilzen und anderen Mikroorganismen (Bakterien) bzw. Kontrollfunktionen im Stoffwechsel der Pilze.

 

Wodurch wird die Bildung von Schimmelpilzgiften beeinflusst?

Die Bildung von Schimmelpilzgiften kann von bestimmten Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen und/oder einer ausreichenden Versorgung mit Nährstoffen abhängen. Oft werden Schimmelpilzgifte nur in bestimmten Entwicklungsphasen des Pilzes gebildet. Auch kann  »Stress« – d. h. stark veränderte Wachstums- oder Umgebungsbedingungen – die Bildung von Schimmelpilzgiften auslösen. Dies ist z. B. der Fall bei unsachgemäßem Einsatz von Trocknungsgeräten bei bestehendem Schimmelpilzbefall.

 

Wo findet man Aflatoxine besonders häufig?

Die stärksten, natürlich vorkommenden krebserzeugenden Verbindungen sind  Aflatoxine, die von Aspergillus flavus, A. nomius und A. parasiticus gebildet werden und um Trichothecene (s.u.). Wir unterscheiden heute etwa 20 verschiedene Aflatoxine. Sie finden sich besonders häufig in Pistazien und Erdnüssen, Paranüssen, Pecanüssen, Sonnenblumenkernen, Walnüssen und Haselnüssen, sowie in Getreidekörnern, insbesondere Mais, weniger in Reis, Weizen, Roggen, Hafer, Gerste und Hirse.

 

Warum sind die Schimmelpilzgifte der Trichothecengruppe so gefährlich?

Trichothecene wirken krebserzeugend, zellschädigend, schwächen das Immunsystem und können Erbschädigungen hervorrufen.

 

Wer bildet Trichothecene?

Trichothecene werden von einer Vielzahl von Schimmelpilzen gebildet. Hierzu gehören z. B. Fusarium-, Trichoderma- und Stachybotrys-Arten.

 

Warum handelt es sich bei Stachybotrys chartarum  um einen sehr gefürchteten Schimmelpilz?

Der Schimmelpilz Stachybotrys chartarum ist der Lage, äußerst toxische Schimmelpilzgifte aus der Gruppe der Trichothecene zu bilden. Diese können über Inhalation und durch Hautkontakt aufgenommen werden. Es kann zu nässenden Hautentzündungen, geröteter und geschwollener Gesichtshaut, Nasenbluten, Atembeschwerden, Immunschwäche, Herzrhythmusstörungen und Lungenblutungen kommen. Stachybotrys-Gifte blockieren die Synthese eines Enzyms, das die Lungenbläschen unter Spannung hält. Vergiftungen durch Stachybotrys können große Ähnlichkeiten mit der Alzheimerschen Krankheit aufweisen oder diese auslösen.

Im schlimmsten Fall führen Vergiftungen mit Stachybotrys-Toxinen zum Tod.